Am Freitag, den 20.12.2019 um 12:58 Uhr klingelte mein Telefon und eine Schweizer Nummer erschien auf dem Display. Das war den Anruf, auf den ich gewartet hatte. Ich war aufgeregt, aber zeitgleich auch unglaublich aufgeregt. Ich ließ das Telefon die obligatorischen zwei Male klingeln und überlegte, was in dem 5-7 minütigen Telefonat (so war es angekündigt) besprochen werden würde. Nach dem zweiten Klingeln ging ich dann endlich ran und meldete mich mit meinem Nachnamen. Auf der anderen Seite war der Juniorrecruiter zu hören, mit dem ich schon einige Mails ausgetauscht hatte.
Er startete das Gespräch mit small talk, fragte wie es mir geht, ob schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt sind usw. Hier in Deutschland ist small talk als Gesprächseinstieg in ein Vorstellungsgespräch nicht unbedingt üblich, allerdings machte es unser Gespräch auf Anhieb sehr sympatisch. Nach dem nun geklärt war, dass alle Weihnachtseinkäufe bereits erledigt sind, folgte nun die erste Frage, warum ich mich beworben hatte. Naja – es passt einfach! Lange, lange schon während des Studiums hatte ich mich mit dem Gedanken beschäftigt mal an Bord zu gehen, letztendlich hatte mich aber irgendwie immer irgendetwas in Deutschland gehalten. Nun hatte es in meinem alten Job nicht mehr geklappt und ich war sowieso im Bewerbungsprozess, da schickte ich einfach auch eine Bewerbung für die Arbeit auf einem Schiff. 12 weitere (aber kurzweilige) Minuten telefonierte ich noch mit dem netten Herren aus der Schweiz. Ich wurde gefragt, was meine Ziele in den nächsten 3 Jahren sind, was meine Freunde/Bekannte zu meinem Vorhaben sagen, welche Länder ich schon bereist habe, welches meine Wunschdestinationen wären, welche Motivation ich habe mit Kindern zu arbeiten und noch vieles weiteres. Ein Teil des Gesprächs fand auch auf Englisch statt.
Am Ende folgte noch eine letzte Frage: „Was haben Sie am 11. Februar 2020 vor?!“ Ich grinste und sagte: „Bisher nichts!“. Das war die Einladung zum Kids Crew Casting in Hamburg! Ich freute mich riesig! Würde ich endlich meinen Traum erfüllen können und etwas mehr von dieser wunderschönen Welt sehen können?? Klar, war ich auch schon in Urlauben außerhalb Deutschlands unterwegs, aber so richtig weit weg war ich, aufgrund des Preises, irgendwie doch nie gekommen. Da gab es doch noch so viel mehr!
Nachdem ich aufgelegt hatte, schrieb ich sofort meinen beiden besten Freundinnen und berichtete ihnen die guten Nachrichten. Sie waren bis dato die einzigen, die von der Bewerbung wussten und hatten mich sofort dazu motiviert mein Vorhaben durchzuziehen. Ihre Freude für mich war ebenfalls groß und vor allem, sie war echt! Dafür bin ich ihnen dankbar solche Freunde zu haben. Bevor es nun im Februar nach Hamburg geht, muss ich meinem Freund noch von meinem Plan erzählen. Das wird ein schwieriger Schritt werden und ich schätze, er würde auch sehr traurig sein.. Allerdings ist ja auch erst einmal abzuwarten, ob ich überhaupt genommen würde.
Also – wir sehen uns in Hamburg!